Grenzen setzen

Jeder hat seine ganz eigenen persönlichen Grenzen. Die inneren und die äußeren. Bei dem einen sind sie enger gesetzt, beim anderen etwas weiter. Das ist nicht vergleichbar.

Ein überaus spannendes Thema!

Zwar erkennen wir irgendwann doch recht schnell, dass andere unsere Grenzen überschreiten. Wie sieht es aber mit den Grenzen aus, die wir anderen gegenüber übertreten? Oder gar uns selbst gegenüber?
Wie oft sagen wir uns selbst ganz leichtfertig z.B. „Oh Mann bist du bescheuert!“ ? Kennen wir doch alle irgendwie, nicht wahr?

Auf meinem Weg zu mir selbst ging und geht es meist doch irgendwie um Grenzüberschreitungen. Kennen wir doch alle, nicht wahr?
Diese mir selbst gegenüber zu erkennen und dann einzugestehen, war für mich nicht ganz so einfach. Erstmal gar nicht deutlich. Und ich war sehr selbstverletzend. Bis hin zum Suizidversuch.

Da war es erstmal wichtig zu erkennen, was sind denn meine eigenen persönlichen, inneren Grenzen? Wie kann ich überhaupt erkennen, wo diese sind? Wo und wann sind sie entstanden? Gibt es eine Ursache? Und dann ganz wichtig, wie kann ich diese Grenzen auch anderen gegenüber deutlich machen und dafür einstehen? Da heißt es, wirklich zu lernen, mutig ein „Nein“ oder „Stopp“ aussprechen zu können. Ohne Angst, ohne Wut oder Verzweiflung. Ohne Emotion ein klares „Nein“ oder „Stopp“.

Natürlich tun wir uns je nach Tagesform mal leichter oder oder auch schwerer, wenn wir nicht ganz bei uns sind. Nicht gut geerdet.

Da zeigt sich wieder, wie wichtig es ist, wirklich gut mit Mutter Erde verwurzelt zu sein! Mit beiden Füßen auf dem Boden. Sich das immer wieder deutlich zu machen, lässt uns viel gestärkter stehen und leichter gehen.

Wie sieht es bei dir aus? Kennst du deine eigenen persönlichen Grenzen?
Von Außen nach Innen? Wie kannst du also deine Grenzen dem Gegenüber deutlich machen?
Von Innen nach Außen? Wie oft überschreitest du die Grenzen anderer?

Und dann ein sehr sensibles Thema: wie sehr überschreitest du selbst deine eigenen Grenzen? Wie achtsam gehst du mit dir selbst um?

Da geht es um Selbstwert. Um Selbstachtung. Tja .. irgendwann stellt sich die Frage „Wie sehr schätzt oder gar liebst du dich selbst?“

Wir tun uns so viel leichter, liebevoll und achtsam mit Menschen umzugehen, die uns begegnen. Uns selbst stellen wir immer wieder hinten an oder zur Seite. Das beginnt ja schon damit, was wir essen. Tut uns das gut, was wir in uns rein schaufeln? Als wären wir und unser Körper nicht so wichtig.

Aber: und das wissen wir .. eigentlich 😉 es ist ganz anders! Wir sollten uns selbst erstmal am Wichtigsten nehmen! Und das hat rein gar nichts mit Egoismus zu tun. Das ist die Achtung vor uns selbst! Achtsamkeit uns selbst gegenüber.

Ich fand und finde es hochspannend, meine eigenen Grenzen zu ertasten. Zu fühlen. Zu schätzen. Zu wahren. Einhalten zu lernen. In alle Richtungen.

Da geht es doch schon wirklich damit los, dass wir uns selbst sagen, wie blöd oder bescheuert wir sind. Wir vergessen etwas und schelten uns dafür. Wir verstehen nicht gleich etwas und stellen uns selbst als „zu doof“ dar: „Ich bin einfach zu doof dafür!“ .. Hey, nur, weil wir nicht gleich etwas verstehen können?

Anderen gegenüber sind wir oft viel geduldiger als uns selbst. Wie traurig, finde ich.

Versuchen wir uns mal ein Wochenende lang selbst zu beobachten und uns zuzuhören .. wie oft schelten wir uns oder treten und ohrfeigen uns gedanklich selbst? Damit anzufangen, bevor wir uns an die noch größeren Abgrenzungsthemen zuwenden, wäre ein wirklich großer Schritt. Unsere inneren Kinder wären uns sehr dankbar und werden uns dafür lieben.

Obwohl ich das schon wirklich eine ganze Zeit lang mache, ertappe ich mich immer noch dabei, dass ich ab und zu irgendwas in der Art zu mir selbst sage. Wenn ich das wahr nehme, entschuldige ich mich ernsthaft bei mir. „Oh, bitte verzeih!“ Dann ist es auch wieder gut 🙂

Das „allein“  ist schon eine wunderbare und liebevolle Achtsamkeitsübung uns selbst gegenüber!

Teile hier gerne deine Erfahrungen damit!

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